Die Geschichte der CDU in Rüdersdorf
Die Christlich Demokratische Union CDU ist seit dem 15. Januar 1946 in Rüdersdorf zugelassen.
Fast 30 engagierte Bürgerinnen und Bürger der – wie wir sie später nannten - Kriegsgeneration fanden sich damals zusammen um gemeinsam anzupacken. Sie waren geprägt von den Eindrücken des zweiten Weltkrieges. Die Menschen waren geprägt vom Dritten Reich mit seinem nationalsozialistischen und Menschen verachtenden Machthabern und einer völligen Gleichschaltung des gesamten öffentlichen und gesellschaftlichen Lebens. Aber sie standen natürlich auch unter dem Eindruck des über sie hineinbrechenden Stalinismus. Versetzt man sich in die Zeit vor 60 Jahren hat man eine komplett zerstörte Heimat, widrigste Lebensbedingungen wie Hunger, Kälte, Angst, Unsicherheit, zerstörte Wohnungen, eine – wenn überhaupt vorhanden - unzureichende Wasser- und Elektizitätsversorgung, auseinandergerissene bzw. stark dezimierte Familien, Heimatlose, Flüchtlinge und Vertriebene vor Augen. Und dennoch, oder gerade deshalb, engagierten sich die die Menschen aktiv beim Neuaufbau. Sie fanden sich zusammen, um hier in Rüdersdorf eine auf den christlichen Grundsätzen der Ethik und Moral basierende, aber überkonfessionelle(!), Partei zu gründen, die jedermann und jederfrau offensteht – die Christlich-Demokratische Union CDU, eine echte Volkspartei eben! Bemerkenswert ist, dass es im Ursprung keine zentrale Vorgabe zur Gründung gab. Sondern eine Initiative von unten nach oben. Eine Initiative von der Basis her – die sich mit zunehmender Geschwindigkeit und Eigendynamik sondergleichen in ganz Deutschland und damit auch in Brandenburg ausbreitete! Eine Initiative die ihren Ursprung in dem um Andreas Hermes verfassten Gründungsaufruf „Deutsches Volk“ findet.
Und so entstanden auch die ersten Ortsvereine in Brandenburg: am 23.06.1945 in Klein Machnow, am 16.10.1945 dann bereits die Gründung des Landesverbandes in Potsdam und bis Januar 1946 die Gründung von fast 160 weiteren Ortsverbänden. Artikel einer Bekanntmachung: „Am Sonntag, dem 10. Februar 1946, hielt die CDU Rüdersdorf, im Lokal ‚Sterndiele’ an der Post ihre erste Mitgliederversammlung ab, welche sehr gut besucht war. Der sehr gute Vortag des Gebietsführers Theiß aus Erkner wurde mit Spannung, dem nötigen Ernst sehr beifällig aufgenommen. Von jeder Seite klang immer wieder die Mahnung durch, dass sich die Parteien zur gedeihlichen Zusammenarbeit verbinden sollten, damit Not und Elend unserer Zeit gebannt werden. Die nächste Mitgliederversammlung findet am 23.2. statt.“
An eben diesem 23. Februar 1946 fanden dann auch die ersten Vorstandswahlen statt: Zum Ersten Vorsitzenden wurde der Malermeister Alfred Clemenz gewählt. Weitere Vorstandsmitglieder waren Paul Tadich (Stellv.), Irmgard Riemann (Schriftführer) und Anton Barth (Kassierer). Zwei weitere Namen sind in diesem Zusammenhang noch zu erwähnen: Frau Josepha Botta und Leonie Hassemer. Sie waren es, die nach Berlin zum zuständigen Minister Grobbel (Vorgänger von Nuschke) gefahren sind, um persönlich die für die Gründung notwendigen Unterlagen abzuholen. Artikel einer Bekanntmachung: „Zum ersten Mai!
Auch wir wollen den Tag des Appells an alle Werktätigen und Schaffenden festlich begehen. Wir fühlen uns solidarisch mit allen Parteien des antifaschistischen Einheitsblocks und kämpfen für die Vernichtung des Faschismus. Auch wir wollen Hüter des Friedens sein! Wir wollen den Tag fröhlich begehen, wollen den Albdruck der Zeit vergessen und alles hinter uns lassen!“
Anfangs fanden sich also ca. 30 Mitstreiter zusammen, aber schon nach ungefähr zwölf Monaten konnte die CDU 164 Mitglieder zählen.
Die CDU-Rüdersdorf gründete sich nicht zum Selbstzweck. Ziel war es vielmehr, sich aktiv in den demokratischen Wiederaufbau einzubringen. Entsprechend war von vornherein auch eine aktive Teilnahme an der Kommunalpolitik beschlossene Sache. Die erste Kommunalwahl fand am 15. September 1946 statt. 30 Gemeindevertreter waren zu wählen und eben so viele Kandidaten schickte die Rüdersdorfer CDU ins Rennen. Wahlergebnis: 15*SPD, 10*CDU, 5*LPD
Kandidaten der CDU waren aus allen Berufsgruppen und gesellschaftlichen Schichten: von der Hausfrau über Arbeiter, Landwirt, Putzfrau, Handwerker und juristischem Angestellten bis hin zum Fabrikanten waren alle vertreten. Damit schließt sich der Kreis zum heutigen Tage. Unsere Partei, unser Ortsverband, ist gepägt gestern wie heute von Mitgliedern aus allen Bereichen der Bevölkerung, aus allen gesellschaftlichen Gruppen, aus verschiedenen Konfessionen – bis hin zu einer Vielzahl von konfessionell gar nicht gebundenen Mitgliedern. Sie stellt damit nach wie vor einen Querschnitt der Bevölkerung dar und ist damit die Verkörperung der Volkspartei Vorort! |